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Geschichten

Hechtfischen auf Rügen

Endlich war es soweit, nach etlichen gebundenen Hechtstreamern, gebraucht haben wir letztendlich 2-3 Muster, machten wir uns mit dem Auto auf den Weg Richtung Nordosten zur Insel Rügen zum Fliegenfischen auf Hecht.
So richtig haben Gerhard und ich die Fischerei mit der Fliege auf Hecht noch nicht praktiziert. Umso spannender war es  für uns natürlich.
Nach langen 11 Stunden Autofahrt sind wir endlich in der Pension Störtebeker in Lietzow auf Rügen eingetroffen. Schnell wurde das Zimmer bezogen und danach gab es erst mal Abendessen in der Pension. Das Essen und die Gastfreundschaft in dieser Pension kann ich nur jedem empfehlen, war einfach alles super.
Zwei Tische weiter saßen, wie wir aus den Gesprächen jener heraushörten 4 Fliegenfischer, welche wir natürlich gleich ansprachen um ihnen die eine oder andere Information zu entlocken.
Wir wollten natürlich  wissen wo man am besten  hingeht,  welche Muster die Hechte nehmen und sonstige Tipps und Tricks die einem hilfreich sind. Da wir ja noch überhaupt keine Ahnung hatten, waren diese natürlich Gold wert.
Unsere Vorfreude wurde  dann aber gerade mal gedämpft. Es geht seid 2 Tagen nichts mehr, mussten wir uns anhören. Der Grund sei, ein Sturmtief auf hoher See hat die Boddengewässer ziemlich leer gezogen. Wenn sich dann die Boddens wieder füllen, ist der Salzgehalt viel höher und es braucht seine Zeit biss sich das dann wieder normalisiert. Auf jeden Fall ist das Fressverhalten der Hechte wegen dem erhöhten Salzgehalt sehr eingeschränkt. Wir bekamen aber trotzdem noch den einen oder anderen Tipp z.B. welche Muster, Farbe, Größe usw. Nichts gehe besser wie schwarze Streamer wurde uns gesagt.
Trotz den nicht so guten Voraussagungen, gingen wir natürlich  tags drauf voller Erwartungen was da kommt ans Wasser. Am Jasmunder Bodden, welcher quasi direkt vor unserer Haustüre lag, fischten wir an einer Rinne, in der die Boote rein und raus schippern. Und siehe da wir fingen gleich 3 tolle Hechte, einen über einen Meter. Und das mit den schwarzen Streamern „Black is beautiful“

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Im Laufe der nächsten Tage war es dann eher harzig. Das Wetter verschlechterte sich, es wurde kälter dazu noch Wind und Regen, Hechtwetter eben. Den Widrigkeiten zum Trotz fischten wir aber trotzdem eifrig weiter und wurden mit dem einen oder dem Anderen schönen Hecht belohnt.
Fazit: Das Hechtfischen an den Bodden im November ist nichts für Weicheier, aber mit den richtigen Klamotten ist es überhaupt kein Problem.
wir werden nicht das letzte Mal nach Rügen fahren, denn wo fängt man mit Fliege solche Hechte

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Gerhard

Lietzow

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Und sie steigen doch

Leere Steinfliegenhülle am Stein1Ich hatte eigentlich anderweitig in der Zeller Gegend zu tun, als ich mich kurzerhand dazu entschloss am späten Nachmittag noch ein oder 2 Stündchen fischen zu gehen „das Angelzeug lag vom Tag zuvor noch im Kofferraum“

Schnell waren Stiefel und Weste angezogen, eine Nymphe angeknotet und los ging es. In voller Erwartung, wie jedes Mal wenn du zum ersten Wurf ausholst.

Außer einem kleinen Rupfer tat sich aber erst mal gar nichts. Als ich mich dann zu einem kleinen Päuschen (hatte wieder einmal die Nymphe abgerissen) auf einen großen Stein setzte, fielen mir die Unmengen leerer Nymphenhüllen von Steinfliegen die rings herum an dem Stein klebten auf.

Ich dachte noch was für gigantisch große Larvenhüllen.

StimmulaterNachdem ich eine neue Fliege angeknotet hatte, fing ich zwei eher bescheidene Bachforellen die ich natürlich gleich wieder schonend (dank Haken ohne Widerhaken) ihrem Element übergab.
Dann aber sah ich auf der gegenüberliegenden Seite den Einen oder anderen Fisch steigen. O.k. dachte ich, probierst es mal mit einer Trockenen.
Eine kleine Graue brachte dann die erste Maßige, nichts spektakuläres
Nach mehreren eher kleinen Fischen, kamen mir die riesigen Steinfliegenhüllen wieder in den Sinn. Warum nicht mal so eine Steinfliege, dachte ich. Eine  Steinfliegenimitation namens Stimulator Größe 10 war schnell angebunden. Vielleicht hilft es, große Fliege großer Fisch dachte ich so und warf den Besen auf die andere Seite in eine Lücke von zwei überhängenden Bäumen und ließ die Fliege unter diesen abtreiben. Dann urplötzlich kam er, der so ersehnte gewaltige Biss. Eine große Bachforelle konnte diesem Happen nicht widerstehen. Leider verabschiedete sich der Fisch nach etwa 3 Minuten wieder. Mein Fluchen war wahrscheinlich bis Schopfheim zu hören.
Das war es, dachte ich. Lustlos warf ich die Fliege erneut aus. Unglaublich, aber jetzt bekam ich einen Biss nach dem anderen. Die Forellen stürzten sich regelrecht auf diese große Steinfliegenimitation. Nach einem erneuten Wurf in eine Strömungstasche auf der anderen Seite, verschwand meine Fliege mit einem großen Plop auch schon wieder und die war nicht von schlechten Eltern.
 

Tolle Regenbogen

In die Hauptströmung schwimmend, hatte ich richtig Mühe den Fisch zu halten. Es gelang mir dann allerdings den Fisch ins seichtere Wasser zu dirigieren, und konnte ihn dann sicher landen. Es war eine wunderschöne Regenbogenforelle so um die 45 cm.


Einer dieser Hundstage im August mit einem Happy-End

Es ist ein Sonntag im August, als ich zu meiner Frau sage, ich glaub ich gehe heute noch fischen. Es ist mein letzter
Ferientag, viel zu schnell sind die 3 Wochen Urlaub vergangen. Da meine Frau auch gerne frisch filetierte Forellen mag, ist sie natürlich auch gleich einverstanden.
In Zell an der "Großen Wiese" angekommen, weiß ich nicht so recht wo ich eigentlich anfangen soll zu fischen.
Die Wiese führt zur Zeit nicht gerade viel Wasser die sogenannten Hot-spots müssen herhalten.
Ich entschließe mich, es erst mal in dem Stau Höhe Penny-Markt zu probieren. Schon der erste Wurf Richtung Kanalauslauf, bringt mir eine wunderschön mit roten Punkten gezeichnete Bachforelle.
Kurz vor dem Landen allerdings befreit sie sich vom Haken. Was soll’s, denke ich mir, war bestimmt nicht die Letzte, bei angedrückten Wiederhaken kommt das halt vor. Außer ein paar Untermaßigen, läuft aber dann nichts mehr. Ein Platzwechsel war angesagt.
So entschließe ich mich wieder einmal oberhalb vom Schlauchwehr mein Glück zu versuchen.
Da der Wasserstand an diesem Tag  extrem niedrig war, hat dies die Fischerei nicht unbedingt erleichtert. Selbst mit 14er Fluo-Carbon Vorfachspitze und kleinen Trockenfliegen, läßt sich keine Forelle zum Anbiß verleiten. Meine Trockenfliege wird einfach ignoriert.  Als sich dann doch noch Eine erbarmt und meine Trockene vorsichtig nimmt, versäble ich auch noch den Anhieb. Es war zum verzweifeln. Sch…Tag denke ich, das war’s hab keine Lust mehr
Hopper
Am Kanal entlang Richtung Parkplatz schlendernd, scheuche ich immer wieder einige Grashüpfer auf. Dabei landet der Eine oder Andere unweigerlich im Kanal auf dem Wasser. Ich bleib einen Moment stehen, und beobachte die Grashüpfer, wie sie strampelnd mit der Strömung nach unten treiben, als einer plötzlich mit einem riesigen Schwall von der Wasseroberfläche weggerissen wird.
Ui..., das war kein kleiner Fisch denke ich und binde in Windeseile einen aus Foam gebundenen gelbbraunen Hopper Marke Eigenbau an.

Mit einem zurück gestoppten Wurf setze ich die Hopper-Fliege auf das Wasser und lasse sie mit der Strömung an den vermeintlichen Standort treiben. Durch leichtes vibrieren der Rutenspitze, hauche ich dem Insekt immer wieder Leben ein.
Dann der Biss, er war so vehement, daß ich erschrak und instinktiv hebe ich die Rute an  .....der Anschlag sitzt.
Als der Fisch den Schwindel bemerkt, versucht er sofort mit einem Sprung das künstliche Etwas in seinem Maul abzuschütteln. Jetzt heißt es auf Zug bleiben. Hier hängt ein ziemlicher Brocken am Ende der Leine.
Der Fisch versucht sofort Strom abwärts zu flüchten und kann so natürlich die Strömung für sich nützen, weswegen ich hart forcieren muß. Meine Rute biegt sich beängstigend zum Halbkreis, aber nach ein paar bangen Minuten schließlich, gelingt es mir den Fisch näher holen.

Allerdings stehe ich nun  vor einem Problem.
Der Kanal hat normalerweise eine Tiefe von ungefähr 2 Metern. Heute beträgt der Wasserstand aber nur so um einen Meter rum.
 
Das heißt, um den Fisch zu keschern, muß ich mich auf den Boden legen. Auf dem Bauch liegend in der einen Hand den Kescher und in der anderen Hand die Rute, gelingt es mir schließlich den Fisch zu landen.
Was für ein herrlicher Fisch, Makellos Flossen, Form und Färbung. Ein Fisch wie aus dem Bilderbuch

Ein kurzes mit Selbstauslöser gemachtes Foto, (hab immer ein Fotoapparat mit einem Minnistativ mit) und diese herrlich gezeichnete Rainbow durfte wieder zurück in ihr Element.
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Fazit:
Für mich war dieser Tag trotz anfänglichem Mißerfolg, ein Erlebnis der besonderen Art wie man es nicht jeden Tag erlebt.

Tigth Lines, Andy


Vom Wiesental ---  in’s Wiesenttal

Text: Dieter Golomb, Bilder Andy Böhringer

Also,  die diesjährigen Vorbereitungen für unseren einwöchigen Angelurlaub gingen ja schon sehr schleppend voran. Zunächst war die Vellach, fast  an der slowenischen Grenze bei Klagenfurt in Kärnten im Gespräch, dann der untere Argen bei Isny, bis Andi sagte:
Nix – wir gehen an die Wiesent, dort soll Anfangs Juni ein starker Schlupf der Maifliegen stattfinden, was ja in Fliegenfischer’s Kreisen allgemein bekannt sein dürfte.
Wenn mich der Andi (www.fliegenwerfen.de) frägt, ob ich ihn an ein klassisches Salmonidengewässer begleiten möchte, dann ist das für mich Auszeichnung und Berufung gleichzeitig, ja, es ist ungefähr so, als wenn einem der Pabst die Hand auflegt, oder so ähnlich (äh-ja, hmmm..).
Andi meinte, ich solle was über unsere Woche in und um Waischenfeld an der Wiesent schreiben, es fällt mir aber ein bisschen schwer, weil,  es ist über die Wiesent schon so ziemlich alles geschrieben worden, was man als Fliegenfischer wissen- oder auch nicht wissen muß.
Ich kann dem interessierten Leser eigentlich nur raten mit den Begriffen Waischenfeld oder Wiesent zu googeln, bingeln oder sonst irgendein Suchprogramm für das Internet zu verwenden, man kann sich dann tagelang mit div. Beiträgen bzgl. der Fliegenfischerei an der Wiesent beschäftigen, weswegen ich mich in allgemeiner Hinsicht kurz halte und nur das Erlebte schildere. Sollte ich eine ähnliche Formulierung genutzt haben wie sie  in einem anderen Bericht bereits benutzt wurde, dann war das so nicht beabsichtigt und ist rein zufällig ( man muß da ja bekanntlich vorsichtig sein, andere verloren schon mal ihre ihre Promotion deswegen ). 
Am Samstag, den 04.06.2011 ging es dann mit meiner Großraumlimousine los. Wir fuhren auf der kaputten A5 nach Norden in Richtung Walldorfer Kreuz, anschließend auf der etwas besseren A 6 in Richtung Nürnberg und ab dort auf der super-hervorragend, 6-spurig ausgebauten  A 9 In Richtung Berlin ( ja – je näher man der Hauptstadt kommt desto besser werden die Strassen !)  Kurz vor Bayreuth, nach Pegnitz, verließen wir die Autobahn nach ca. 500 gefahrenen Kilometern und bogen nach links in die Fränkische Schweiz mit Waischenfeld als Mittelpunkt ab.
Man mag es ja nicht glauben, aber Waischenfeld ist gerade mal so groß wie der kleinste Lörracher Ortsteil ( Lö.-Hauingen) mit so um die 3000 Einwohner, wobei sich aber die Einwohnerzahl aus den vielen kleinen Ortsteilen zusammensetzt, die dann („Groß-?“) Waischenfeld bilden, das  „Zentrum der Fränkischen Fliegenfischerei ??“
Andi hatte für uns im Gasthof Thiem (www.gasthof-thiem.de ) in Waischenfelder Ortsteil Langenloh 2 Zimmer reserviert (Doppelzimmer, als Einzelzimmer zu 25.- Euro pro Übernachtung mit reichhaltigem und sehr gutem Frühstück ).
Sehr gut gewählt – weit genug entfernt vom allgemeinen Trubel und der doch zeitweise sehr stark befahrenen Hauptstrasse in Waischenfeld, aber mit 1,5 - 2 Km zur Wiesent immer noch nah genug um innerhalb kürzester Zeit ( an der legendären Hammermühle vorbei )  an das Wasser zu gelangen.
Ohne Auto geht es ja sowieso nicht, warum nicht dann nachts die Ruhe etwas abseits auf dem Berg genießen, zumal auch genügend Parkplätze vorhanden sind, im Gegensatz der zur Maifliegenzeit von Touristen überlaufenden „City“ , bzw. den dort befindlichen Übernachtungsmöglichkeiten.
Der Chef des Hauses Thiem, zuvor in einem Sternerestaurant in Zermatt/Wallis/CH  beschäftigt, übernahm  vor einiger Zeit mit seiner überaus charmanten Gattin, nebst knapp 2-jährigem  „Jungkoch“  die elterliche Gaststätte in dem 75 Seelen-Dorf und bietet dort eine wirklich sehr abwechslungsreiche und schmackhafte Küche an.
Fliegenfischer sind herzlich willkommen, es gibt Räumlichkeiten(Garagen)  zum Abstellen von Utensilien, um nasse Bekleidung zu trocknen ( Untergeschoß ) und/ oder notfalls auch um die eine oder andere Fliege zu binden ( z.B. die Gartenwirtschaft ). 
Wir aßen dort u.a. auch Hirschsteak vom feinsten, bissfestes frisch zubereitetes Gemüse, jew. 2 saftige Steaks, Herzoginkartoffeln und Preiselbeeren, zu einem für uns Südbadener fantastischen Preis, dazu einen heimischen fränkischen Rotwein und abschließend den dort bekannten Haselnußschnaps (-geist). Also wirklich, das war mit das Feinste, was ich so die letzten Jahre gegessen hatte. 
Bei unserer Essensbestellung direkt beim Chef fingen dessen Augen an zu leuchten und man konnte seine Leidenschaft für das Kochen erahnen.
Aber auch die anderntags bestellte Brotzeit mit eingefügten italienischen Elementen ließen uns ins Schwärmen geraten. Die frischknackigen Salate sowieso.
Oder in einem anderen Waischenfelder Ortsteil, in einer Brauereigaststätte, knapp 10 Km entfernt, z.B.  Schni-Po-Sa (Schnitzel mit Pommes frites ( wahlweise Bratkartoffel )  nebst Salat ) für gerade mal 5,90 Euro. Ein halber Liter Bier vom Faß  für nicht mal 2.-  Euro, wie auch in den anderen Orten rund um Waischenfeld !
Die Spezialität der Fränkischen Schweiz „Schäuferla (gegrillt) mit Kloß und Sauerkraut“ ist ein Gedicht.  

Im Gegensatz zu uns in der Grenzecke zur Schweiz und Frankreich machen die dortigen  Preise Spaß um Essen zu gehen bei der entsprechenden Küche.
Das Leben in und um Waischenfeld entspricht vielleicht gerade mal so 50 – 70 % der Kosten wie wir sie hier bei uns im Markgräflerland gewohnt sind. Mancher Eidgenosse würde dort wahrscheinlich nie wieder weg gehen.
Wegen was waren wir wieder dort ? Ach so – ja, wegen der Fischerei ( Entschuldigung aber die wildromantische Gegend, die Burgen und die Küche der Fränkischen Schweiz – jeder Ort hat seine Brauerei sowie div. Bierspezialitäten - lassen einen ins Schwärmen geraten, nicht zu vergessen den Frankenwein, natürlich nicht so gut wie unser südbadischer Spätburgender – oder etwa doch ??  zumindest aber evtl. gleichwertig ! ). Tagtäglich gilt es Neues zu entdecken.
Ja, also wir kamen in Waischenfeld, bzw. Langenloh am Nachmittag an, kurzer Zimmerbezug und anschließend ging es gleich los um für die ersten beiden Tage die Erlaubniskarten zu besorgen für die 2,5 km lange Strecke  zwischen Nankendorf und Waischenfeld bei der Fam. A.Wehrl an der Kunstmühle Gutenbiegen oberhalb Waischenfeld.  ( Tag/20.- €, erlaubte Entnahme jew. ein Fisch )
Es wurde anschließend das Wasser begutachtet, hierbei beobachteten wir einen herzerfrischenden, vom Fliegenwerfen begeisterten Jungen von vielleicht 13 – 14 Jahren wie er mit Nymphe in Begleitung des Vaters der Fliegenfischerei nachging.
Die Ungeduld der Jugend ließen seine Würfe vielleicht etwas hektisch erscheinen, sein Wille Forellen zu fangen überwiegte aber und ließ die  geruhsame Wurfeleganz des erfahreneren Fischers nicht unbedingt vermissen. Als sein Vater dann eine gute Bachforelle fing, strahlte der Junge über das ganze Gesicht und der Stolz über den Fang seines Vaters spiegelte sich in seinen Augen wider, ja er tropfte ihm regelrecht aus jedem Knopfloch, zumal er den Fisch für seinen Vater keschern durfte, - Wow !
Alles Glück der Erde schien ihm wiederfahren zu sein als er die Bachforelle vor sich hielt und der Vater ,nur für uns sichtbar, im Hintergrund schmunzelte. Ein schönes Erlebnis als Zuschauer mit anwesend sein zu dürfen.
Im Gegensatz zu Vater und Sohn hatten wir Fotoapparate dabei und machten Bilder die wir ihm dann später auch online zusandten. Einen schöneren Auftakt unserer Angelferien mit dem leidenschaftlichen Jungen und seinem Glück der durchaus für ihn fast kapitalen Forelle, hätte es für uns eigentlich nicht geben können. Wir freuten uns mit ihm und dem Vater, der das Glück hatte seinem Sohn unser schönes Hobby  vermittelt haben zu können.
Gibt es was schöneres für einen Vater der der Fliegenfischerei nachgeht  – ich glaube, nein.

Die ersten 2 Tage (So. und Mo.)  an der Wehrl’schen Strecke  erbrachten eine Vielzahl von gutgenährten Bachforellen, wobei aber die erhofften kapitalen Fische und Äschen nicht dabei, aber zweifellos vorhanden waren wie wir am Steigen der Fische und dem Platschen erahnen konnten. Nur unsere Maifliegenimitate wurden nicht so angenommen wie wir es uns wünschten. Der Schlupf der Maifliegen war auch noch nicht so richtig ausgeprägt. Etwas Abstand vom Wasser ist an der Wiesent daher ratsam. Die von uns mitgeführte Watbekleidung blieb im Fahrzeug, da nicht erforderlich – anderntags ging es erst mal stabile Schuhe kaufen ( Zalando  ist bei den Preisen in Franken kein Thema )
Vormittags und Abends konnte mit Trockenfliege gefangen werden, ansonsten war man tagsüber mit  entsprechender Nymphe erfolgreicher.
Dies änderte sich, als wir mit  Einheimischen sprachen und uns entsprechende Muster im Fliegenfischer-Shop (Nähe Hammermühle ) beim Manfred Herrmann besorgten. Diese Muster lagen genauso im Wasser wie die Spents nach der Eiablage. ( Mehr wird aber nicht verraten ! )
Tag 3 und 4 ( Di. und Mi.) hatten wir uns die Waischenfelder Stadtstrecke vorgenommen, beginnend unterhalb der zur Kunstmühle Gutenbiegen gehörenden Sägerei nördlich des Campingplatzes, bis zum Aufgang des weithin sichtbaren Felsens gelegen, fast am Ende des Ortes. Erlaubniskarten bekommt man beim Manfred Herrmann in dem bereits erwähnten Geschäft mit angeschlossener Fliegenfischerschule.  Die Erlaubniskarte für 20.- Euro/Tag und 2 Fische frei ( oder 1 Bachforelle –ab 32 cm-  und 1 Äsche –ab 45 cm, nach Entnahme des 2. Fisches ist das Fischen einzustellen ).
Die Campinggaststätte war uns eine immer wieder willkommene Raststelle für „kleinere“  Mahlzeiten und  durstige Fliegenfischer  - wissen Sie was Glaswurst ist ?
– Der Wirt: Wenn die Glaswurst aus  der Büchse kommt, dann ist es Büchsenwurst !! 
Aha,  – ja, da muß man aber auch erst mal drauf kommen , ich hätte es für gepökelten Kochschinken o.ä gehalten.

 Unterhalb der Mühle in der Stadtmitte beobachteten wir mehrpfündige Forellen die sich vor dem Steigen unsere Trockenfliegen erst mal genau ansahen, die größeren und erfahreneren  Fische rochen aber den Braten und drehten vor der Fliege ab.
Man merkt, die Forellen in Waischenfeld sind „Fischergewohnt“ und soooo.. mißtrauisch. 
Durch Zufall lernten wir den deutschlandweit in Fliegenfischerkreisen bekannten Guide für die sächsische Schweiz und Fliegenbinder Ingolf Augustin kennen, der Stammgast an der Wiesent ist und uns mit vielerlei Tips und Tricks uneigennützig unter die Arme griff. Er imitiert durch genaue Beobachtung die für das Gewässer jeweiligen Insekten, sucht sich passende Bindematerialien ( - was es da nicht alles gibt ! ) und verschafft den Mustern mit diesen speziellen Materialien so auch das entsprechende Schwimmverhalten. Wir nahmen fast nur noch seine Fliegen, mit denen wir eigentlich dann auch ganz gut fingen. 
Div. Bindevorführungen für uns mit seinem „Reise-High-Tech Bindeequipment “  waren eingeschlossen.  – Respekt und vielen Dank auch! –  (s. www.kunstfliegen-augustin.de )
Tag 5  ( Do.) verbrachten wir an der  ca. 2 Km langen Strecke der Gaststätte Pulvermühle in Waischenfeld, ca. 6 Km unterhalb der Gaststätte beginnend, ab Gaststätte Schottersmühle.
Die Erlaubniskarte ( 20.- Euro, max. 2 Fische, Schonmaß Bachforelle 35 und Äsche 45 cm ) bekommt man in der geschichtsträchtigen Pulvermühle, , man muß dort nicht unbedingt Hausgast sein um eine Karte zu bekommen, aber unbedingt sollte man dort verweilen und sich was Gutes gönnen ( sehr gutes Essen, Chef ist ein guter Freund vom unserem Lieblingswirt Thiem – sie bekochen sich in ihrer Freizeit gegenseitig ).
Der Beginn der Strecke erinnerte mich an die Indianerfischerei an der Roten Traun, Gebüsch und Kraxelei jede Menge, jeder Brennesselzüchter hätte dort seine wahre Freude an dem  Pflanzenvorkommen, welches brusthoch wuchs ( ich meine ab 1,60 m )  was zu durchqueren galt. Das war für mich so ziemlich die einzige Stelle, bei der die Wathose von Vorteil gewesen wäre  so man sie getragen hätte. Grundsätzlich ist ja an den bereits genannten Stellen das Waten nicht gestattet.
Andi nahm das Wagnis in Angriff – ich fuhr an das untere Ende, welches nicht so bewachsen war.
Als mir Andi nach ca. 3 Stunden wieder begegnete, leuchteten seine Augen und er schilderte mir, wie er in fast menschenleerem Gebiet in purer Natur ein fliegenfischereiliches Highlight nach dem anderen erlebt hatte. Er versicherte mir auf meine Nachfrage, der von mir anfangs für beginnende Masern oder Pocken gehaltenen  Gesichtsausschlag, sei nichts ernsteres ( hatte er  etwa Bekanntschaft mit den Brennesseln gemacht ? )
Wir erörterten eine Verlängerung unseres Urlaubs sehr intensiv, und waren uns nach ca. 20 Sekunden Austausch von Argumenten einig. Nach kurzer Nachfrage in unserem Domizil Landgasthof Thiem, holten wir uns noch für die nächsten beiden Tage Karten an der Stadtstrecke, der Wehrl’sche Gewässerabschnitt war ja ausgebucht.
Man merkte es – die Hochzeit der Maifliegen nahm immer mehr zu und proportional dazu das Gewicht und die Größe der gefangenen Fische.   Nur die von Andi erhoffte 6 pfündige Forelle war leider nicht darunter.
Wir genossen daher noch Tag 6 und 7 ( bei aller Bescheidenheit – ich fing da meine bisher größten Forellen ) und waren dann am Pfingstsonntag bei der Rückfahrt nach Hause noch so gefangen von den Eindrücken der erlebten Woche, daß wir bei aller Aufmerksamkeit des Autobahnverkehrs die richtige Abfahrt in Richtung Heilbronn verpassten und daher einen kleinen Umweg über Augsburg und Ulm ( sollen wir noch an die Blau gehen – dort ist doch auch Maifliegenzeit ? ) machten.
Am Pfingstmontag telefonierte ich nochmal mit dem Ingolf Augustin den ich wieder an der Wiesent wusste. Er schilderte mir schöne Fangerlebnisse, nur stünde fast alle 20 m ein Fliegenfischer ( er neigt etwas zum übertreiben diesbezüglich, er meinte –Rush-hour an der Wiesent - ) .
Ja – die Wiesent gehört halt allen ( Spaziergänger, Fischer, Kanufahrer ) wobei man sich eigentlich immer arrangieren kann. Eine Kartenkontingentierung wäre evtl. angebracht um den Befischungsdruck etwas zu senken. Warum kann man nur zur Maifliegenzeit dorthin fahren ?    Also,  mich sieht die fränkische Schweiz wieder.
 

an der Wiesent

An der Mühle

Andy und Dieter

beim Binden

Mayfly

Bachforelle2-2

Binden mit Ingolf

Dieter mit Regenbogenforelle

Wiesent Bachforelle

Dieter mit schöner Bachforelle

Bachforelle1

Abendstimmung